Meiner neuer Standard-Editor: jEdit

Gut 10 Jahre lang war Emacs mein Editor für alle Fälle. Egal, ob ich an Textdateien, HTML-Seiten, XML-Dateien oder Perlscripts arbeitete, ich tat es mit Emacs. Weil Emacs so viele Möglichkeiten der Erweiterung bietet, benutzte ich ihn eine Zeit lang sogar für E-Mail und News. Nach einigen Wochen der Erprobung hat ihm jEdit jetzt den Rang abgelaufen.
Ich hatte mehrere Beweggründe, jEdit auszuprobieren: zum einen wollte ich einfach mal sehen, wie gut ein in Java programmierter Editor funktioniert. Und ich wollte herausfinden, was die Gründe für seinen guten Ruf sind.

Ich fand schnell heraus, dass jEdit sehr gut funktioniert. Er ist schnell, übersichtlich und komfortabel zu bedienen. Daraus leitet sich auch sein guter Ruf ab. Er enthält alle Funktionen, die ein Editor haben muss, schon von Haus aus. Und was dabei noch fehlt, kann in Form von Plugins nachgerüstet werden.

Wie Emacs ist auch jEdit deshalb sehr vielseitig. Allerdings erfordert seine Konfiguration und Erweiterung keine Änderungen an unverständlichen LISP-Dateien; alles funktioniert per Mausklick. Plugins können direkt aus dem Programm über die “Plugin Manager”-Funktion heruntergeladen und installiert werden und sind sofort einsatzbereit. Die Auswahl an Plugins ist groß, sie deckt weite Bereiche von Java und Perl über LaTeX und PHP bis hin zu XML und Co. ab. Auch fortgeschrittene Funktionen wie das Parsen und Anwenden der DTDs von XML-Dateien sind in jEdit möglich; das kannte ich bisher nur von Emacs’ PSGML-Modul.

Alles in allem gefällt mir jEdit so gut, dass ich jetzt aus “alias e=emacs” ein “alias e=jedit” gemacht habe.