Church in flames

Die MTV-Zeichentrickserie “Popetown” schlägt schon riesige Wellen, bevor sie überhaupt angelaufen ist. Schon ihr Trailer führte zu heller Empörung in Kirchenleitung, bei frommen Katholiken und Politikern. Von Protesten in Weblogs und Presseverlautbarungen bis hin zu juristischen Schritten zieht man alle Register der medialen Stalinorgel.

Gerade nach den Mohammed-Karikaturen kann ich diese ungezügelte Empörung nicht nachvollziehen.
Die Kirche ist immer wieder Ziel humoristischer Angriffe, die von intelligenter Satire bis zu dümmlicher Verunglimpfung rangieren. Und das ist auch gut so, denn wenn sie von niemandem mehr kritisiert oder auf die Schippe genommen wird, ist das ein untrügliches Zeichen dafür, dass sie ihre Bedeutung für die Gesellschaft komplett verloren hat.

Nach vielen Jahren elektronischer Mail weiss ich inzwischen gut, auf welche Anfeindungen ich eingehe und welche ich ignoriere — auch wenn sie mich erst mal rasend vor Wut machen. Wer sich seiner Sache sicher ist, sollte zu einem gewissen Maß über den Dingen stehen.

Und das gilt insbesondere für eine Serie wie “Popetown”, die anscheinend mit Kirche und Glauben gerade noch so viel zu tun hat, dass sie christliche Symbole und kirchliche Ämter aufgreift und ins Absurde verzerrt.

Ein weiser Mann sagte einst: “Erst ignorieren sie euch, dann lachen sie über euch, dann bekämpfen sie euch, und dann siegt ihr.” Dann lasst sie doch lachen!

Ich lache sogar oft genug gerne mit. Von Walter Moers’ “Die Klerikalen” habe ich seinerzeit einen ganzen Satz gekauft, um sie bei netten Gelegenheiten verschenken zu können.

So kann ich mich nur Tobias Knüwers Ansicht anschließen und wie er auf den Hintergrund-Artikel der FAZ~E087BADF833B74EE4AA371DADA337B80F~ATpl~Ecommon~Scontent.html verweisen.