Mehr Steuern, weniger Rente

Der Direktor des Instituts für Wirtschaftspolitik der Universität Köln hat herausgefunden, wer an der Renten-Misere schuld ist. Die BILD-Zeitung zitiert Johann Eekhoff mit den Worten: “Die Renten von Kinderlosen müssten um die Hälfte gesenkt werden”.

Es beruhigt mich, dass ich nicht der einzige bin, der diese Idee für wahnsinnig -clever- hält.
Mal nachdenken: ich gehöre zur Bildungselite, bezahle Steuern zum Spitzensatz und dementsprechend hohe Beiträge zur Rentenversicherung. Dass ich bisher keine eigene Familie hatte, hat das durchaus begünstigt. Natürlich komme ich (auch aufgrund der Studienzeit) nicht umhin, zusätzlich eine private Altersvorsorge zu betreiben, da mein Rentenanspruch schon heute völlig unzureichend ist.

Umgekehrt sind es ja naturgemäß vor allem die Akademiker, die erst spät eine Familie gründen. Wenn überhaupt, denn besonders mit hochqualifizierten Berufen lassen sich Kinder nur dann vereinbaren, wenn sich Wege finden, die fehlenden Kindergartenplätze zu kompensieren. Die Variante, dass die Mutter dazu ihren Beruf aufgibt, gehört hier aber halt nicht mehr zu den bevorzugten Modellen. Und dass auch die Großeltern mit umziehen müssen, um die Kinderbetreuung zu gewährleisten, ist eine eher praxisferne Interpretation von “mobile Gesellschaft”.

Die weibliche Sicht kann ich selbst nicht einbringen, aber ich kann dazu auf den Artikel Der Preis des Glücks in der “Zeit” verweisen.

Anstatt nun aber den stärksten Beitragszahlern geeignete Unterstützung und Anreize zur Familiengründung zu schaffen, kommt man auf keine bessere Idee, als ihnen die Rente zu halbieren.

Es mag ja Bürger geben, die daraus die gewünschten Konsequenzen ziehen werden (vorbereitete Kontaktanzeige bei Su-Shee), aber mir persönlich drängt sich eher eine Reaktion wie die Kristians,-die-Euch-fuettert!.html auf.

Wenn ich ohnehin komplett für mich selbst (und meine zukünftige Familie) sorgen muss, weil mein Land mich dabei nicht unterstützt, dann sehe ich auch keinen Grund, mein Land zu unterstützen.

Falls mich jemand sucht: ich bin in Irland.