Backpack it!

Derzeit beschäftige ich mich wieder intensiver mit dem Thema Selbstorganisation”. Und ich habe festgestellt, dass einen dabei nicht nur “gute Bücher, sondern auch Dienste im WWW super unterstützen können. Backpack ist ein solcher.Backpack bietet dem Benutzer die Möglichkeit, einzelne Seiten für Notizen, Todo-Listen, Bilder und Dateien anzulegen. Mit den sogenannten “Writeboards” des gleichnamigen Schwesterdienstes stehen außerdem Wiki-artige Seiten für die Bearbeitung längerer Texte zur Verfügung. Als Vertreter des derzeit so gehypeten “Web 2.0” ist Backpack dabei sehr einfach und flüssig zu bedienen. Die Seiten reagieren sofort auf Mausklicks und Eingaben, ohne sich neu aufzubauen. Auch das “social networking” wird unterstützt: eine Seite kann gezielt für einzelne Personen oder für die ganze Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Die Writeboard-Texte können dann auch gemeinsam bearbeitet werden.

Der Dienst ist ein gutes Beispiel für das Motto weniger ist mehr”, das sich seine Herstellerfirma “37signals zu eigen gemacht hat. Er hat nur wenige Funktionen, ist mit diesen aber sehr flexibel einsetzbar, wie eine Seite mit Anwendungsbeispielen zeigt.

Zunächst habe ich mich für die kostenlose Variante mit bis zu 5 Seiten registriert und ein wenig gespielt. Jeder Benutzer bekommt seine eigene Subdomain unter backpackit.com. Die Bedienung ist so einfach gehalten, dass ich schon nach wenigen Minuten mehrere Seiten mit To-Do-Listen und Notizen angelegt hatte. Einen weiteren Stein hatte Backpack in meinem Brett, nachdem ich feststellte, dass überall das Textile-Format zur Textformatierung eingesetzt wird.

Als PAA(Personal Analog Assistant)-Anwender hatte ich bisher das Problem, dass mich mein Time/System leider nicht selbständig an nahende Termine erinnert. Die Reminder-Funktion von Backpack schließt diese Lücke, indem sie rechtzeitig Erinnerungsmails an mein Postfach und die SMS-Adresse meines Handys verschickt.

Ich habe trotzdem nicht vor, meinen PAA zu ersetzen und Backpack hätte dazu auch gar nicht die Funktionsvielfalt. Aber Backpack ist eine prima Ergänzung, vor allem für Themen, die ich ohnehin online erledige.

Inzwischen habe ich Backpack einen Teil meiner Selbstorganisation fest anvertraut: Auf der Hauptseite habe ich mehrere To-Do-Listen für verschiedene Bereiche meines Lebens angelegt, dazu eine Liste mit Links auf Webseiten, die ich noch lesen will. Eine weitere Liste verweist auf Writeboards mit Artikeln, an denen ich noch arbeite (wie gerade an diesem hier). Für Projekte habe ich eigene Seiten eingerichtet und Leuten, die an diesen Projekten mitarbeiten, Freigaben erteilt.

Weil ich damit schon an die 5-Seiten-Grenze stieß, habe ich mich entschieden, dass mir die Herrschaft über das Chaos 5 Dollars im Monat wert ist und bin in den untersten kostenpflichtigen Tarif gewechselt. Die Backpack-Homepage habe ich zur Startseite meines Browsers gemacht. Damit wird mein Online-Start auch zum Organisations-Start.

Wem noch ein Werkzeug zur Selbstorganisation fehlt und nicht nur selbst von überall auf seine To-Do’s, Fotos und Dateien zugreifen möchte, sondern auch anderen Zugriff darauf geben will, dem kann ich nur empfehlen, Backpack kostenlos auszuprobieren[1]

fn1. Backpack hat ein Programm für Freundschaftswerbung. Deshalb enthalten die Links meine Kennung “BPBMZZ9”. Danke an alle, die sie beim Registrieren angeben!