Back again

“Ich bin wieder hier…” Das Wetter auf dem Kontinent ist genau das gleiche wie in Irland, da muss ich mich also schon mal nicht umgewöhnen. Ich kam in der vergangenen Woche leider nicht dazu, wie geplant einige Weblogeinträge zu schreiben — things to do, places to be, you know. Also hole ich das jetzt im Schnellverfahren nach.Dublin ist eine interessante Stadt. Mir fiel zum Beispiel schnell auf, dass die Frauen massenhaft in kurzen Röcken und High Heels rumlaufen. Bei dem Wetter macht man sich da schon Sorgen. Aber die Iren sehen das locker. Sie sehen eigentlich alles locker: Fußgängerampeln sind nett gemeinte Hinweise, die man aber auch in Anwesenheit eines Verkehrspolizisten in den Wind schlagen darf. Busfahrpläne dienen allein der Lektüre zum Zeitvertreib, während man auf den schon 20 Minuten überfälligen Bus wartet. Bei diesem Thema noch ein Tipp: nach dem Betreten des Busses schnellstmöglich hinsetzen! Dublin Bus rekrutiert seine Fahrer offenbar aus dem nationalen Rallyeteam, sie fahren nach der Devise “Vor Schlaglöchern bremsen nur Pansies, und Temposchwellen sind nichts anderes als umgekehrte Schlaglöcher.”

Wer in Dublin Heimweh bekommt, kauft einfach bei Lidl oder Aldi ein. Da steht dann auch “Petersilie” drauf, wenn Parsley drin ist. Ansonsten bieten Grafton Street, Henry Street und O’Connell Street ausreichend Möglichkeiten, um Geld auszugeben. Ich war überrascht, dass selbst im religiösen Irland dazu auch ein Laden von Ann Summers (der britischen Beate Uhse) gehört (“Hm? Sommermode für Nonnen? Ach so…”)

Ich hab ein paarmal die Gelegenheit genutzt, mit Carolin irische Uniluft zu schnuppern. Die Vorlesungen über irische Geschichte waren unterhaltsam und interessant. Ich bekam echt Lust, mal wieder in Hörsaal und Bibliothek mein Wissen auszuweiten. Ich läge aber jetzt schon 15 Jahre über dem geschätzten Durchschnittsalter der Studenten am Trinity College.

Das Nachtleben in Dublin brummt immer, auch unter der Woche. Es gibt Restaurants aller Art, Discos und Clubs, und natürlich die Pubs. Am Freitag Abend wars mir in Temple Bar, Dublins Kulturviertel, allerdings zu voll. Carolin kannte aus ihren Jugendherberstagen einen netten Pub abseits der Tourizentren, wo wir dann nicht nur bei Livemusik nett zusammensaßen, sondern auch noch einen leicht angetrunkenen Bayern kennenlernten. Dieser stellte sich dann als waschechter Ire heraus, der 5 Jahre in Bayern verbracht und sich den dortigen Dialekt perfekt (!) angeeignet hatte. Ich kann nur hoffen, dass mein Englisch irgendwann auch nur annähernd so gut wird.

Die Preise in Irland sind generell nicht klein, und die Hauptstadt setzt da sicher noch was drauf. Für Unterkunft und Lebenshaltung kommt da ganz schön was zusammen. In der Innenstadt zahlen Studenten für ein halbes Zimmer schon mal 500 Euro. Carolin wohnt etwas weiter draussen bei einer supernetten polnischen Familie. Als mietfreier Zimmergenosse und Ryanair-Flieger kam ich bei Flug und Unterkunft günstig weg und konnte mich darauf konzentrieren, die lokalen Geschäfte und Pubs zu unterstützen.

Ein weiterer Reisetipp zum Schluss: die emotionale Abschiedsprozedur kann man dadurch verkürzen, dass man die reale Abflugszeit 18:10 mit 8:10PM verwechselt und das erst 2 Stunden vor Abflug merkt. Bei 1,5 Stunden Busfahrzeit. Wenn denn überhaupt einer kommt.

Insgesamt war es eine schöne Woche, und ich suche schon mal nach einem geeigneten Wiederholungstermin.