Schuldig bis zum Beweis des Gegenteils

Beim Konflikt “Datenschutz und Persönlichkeitsrechte” gegen “Innere Sicherheit” kommt schnell das Argument auf den Tisch, wer nichts zu verbergen habe, müsse sich auch wegen des Abbaus bei Datenschutz und Kommunikationsgeheimnis keine Sorgen machen.

Wie es jemandem gehen kann, der völlig schuldlos ist, aber trotzdem die Aufmerksamkeit der Sicherheitswächter erregt, beschreibt ein Artikel im Guardian, Suspicious behaviour on the tube,,1575411,00.html. David Mery beschreibt darin, wie er beim Warten auf die U-Bahn verhaftet wurde und anschließend seine Wohnung durchsucht sowie zahlreiche verdächtige Besitztümer beschlagnahmt wurden.Die Gründe dafür:

  • Er habe sich im Augenschein und auf den Überwachungsvideos verdächtig benommen.
  • Beim Betreten des Bahnhofs habe er die Polizisten nicht angeschaut.
  • Zwei andere Männer hätten den Bahnhof gleichzeitig mit ihm betreten.
  • Seine Jacke sei zu warm für die Jahreszeit gewesen.
  • Er hatte einen Rucksack dabei gehabt und diesen immer bei sich getragen.
  • Er habe Leute, die den Bahnsteig betraten, betrachtet.
  • Er habe mit seinem Handy gespielt und dann ein Papier aus der Jacke gezogen.

Wie gut, dass es klare Erkennungsmerkmale für Terroristen gibt. Also, liebe Leser, wenn ihr in London die U-Bahn benutzt:

  • Sofort anfangen, die Polizisten anzustarren!
  • Wenig Kleidung tragen, am besten nackt gehen!
  • Auf dem Bahnsteig keine Passanten ansehen, sondern nur auf den Boden blicken!
  • Den Rucksack auf dem Bahnsteig abstellen und sich sofort davon entfernen!

Sonst seid ihr selbst schuld, dass ihr verhaftet werdet. Und merkt euch diese Regeln auch gleich für deutsche Bahnhöfe, denn auch unsere Sicherheit wird durch Schily, Beckstein und Co. zusehends verbessert.